Aztec Rex (Tyrannosaurus Azteca)
Die beste hawaiianische Azteken-Dino-Action der Fernsehlandschaft
Tele 5 hat sicherlich lange Schlange stehen müssen, um dieses Juwel der TV-Kultur einkaufen zu dürfen: „Aztec Rex“ – ein Titel der Bände spricht:
Die unerschrockene, und sarkastische, Gruppe spanischer Heroen um den furchtlosen, goldgierigen (und immens attraktiven) Capitan Cortes (Ian Ziering, allen über 25jährigen noch aus ‚Beverly Hills 90210’ vertraut), landet auf einer nicht näher umrissenen Insel Südamerikas, die eindeutig nach Hawaii aussieht, um dort nach Gold zu suchen und ein paar Eingeborene zu foltern. Die Vorfreude ist groß.
Doch anstatt auf willige Sklaven, treffen die Männer auf einen fortschrittlichen Stamm Eingeborene um den aufgeschlossenen Anführer Matlal, seine intelligente, schöne, willensstarke Tochter Ayacoatl, sowie den hinterlistigen Schamanen Xocozin, der aussieht als sei er höchstens zwölf, und dem Ayacoatl gegen ihren Willen versprochen ist.
Cortes und seine Mannen, minus dem aufrichtigen Helden unserer Handlung: Teniente Rios (Marco Sanchez), der zu diesem Zeitpunkt dabei ist, eine Vergewaltigung Ayacoatls durch Xocozin zu verhindern, überfallen das völlig friedfertige Dorf und werden, sehr zu ihrem Erstaunen, von Häuptling Matlatl überwältigt und gefangen genommen.
Während Cortes oben ohne aufs Männlichste gefesselt wird, begegnen Rios, Ayacoatl und der böse Schamane der so genannten Donnerechse, die bereits seit Generationen das Dorf und seine Bewohner, inklusive dem dort gestrandeten Pater Grias, terrorisiert.
Es kommt, wie es kommen muss – erstens verliebt Ayacoatl sich natürlich sofort in den schönen und tapferen Rios (das kann ihr auch niemand wirklich verübeln, er ist einfach zu schön und tapfer), was, zweitens, zu heftigsten Eifersüchteleien bei Xocozin führt; und, drittens, Cortes sagt zu, mit seinem Kampftrupp gegen die Donnerechse zu Felde zu ziehen, um das Dorf zu retten und Freiheit für sich und seine Männer zu erkämpfen.
So weit, so wunderbar. Fast könnte man meinen, in einem Liebesdrama-Bindestrich-Naturfilm gelandet zu sein, doch dann kommen auch schon bald die von so manchem sehnlichst erwarteten, brutalen Metzelszenen mit dem Tyrannosaurus, die zwar leicht eklig sind, doch sowohl Cortes als auch Rios leiden so heroisch, und die CGI-Echse ist so lächerlich animiert, dass sich die Empathie in Grenzen hält.
Und natürlich geht alles gut aus, auch das Dreiecksliebesdrama nimmt ein Ende, das für alle Beteiligten, die am Ende noch leben, zufriedenstellend ausgeht.
Nimmt man dazu noch die allenfalls ironische Synchronisation, muss man diesen Film allen Billigmonsterfernsehfilmliebhabern wärmstens ans Herz legen!
Denn es kann kein Auge trocken bleiben bei Sätzen wie: „Gott, dein Wille ist unergründlich, und er wird von Tag zu Tag unergründlicher“, oder dem erstaunten Gesicht des Paters, der nach einem gemeinsamen Umtrunk, den Xocozin (zu diesem Zeitpunkt offen bekennender Todfeind Rios) veranstaltet hat, in Rios Becher schaut und sich wundert: „Wie sind die giftigen Pilze in Rios Becher gekommen?“
Auch folgenden Dialog möchte ich niemandem vorenthalten:
Ayacoatl: „Rios hat das Männchen besiegt. Er kann das Weibchen ebenso leicht töten!“
Rios: „Leicht?“
Grias: „Frauen!“
Alles in allem sollte „Aztek Rex“ in keiner B-Movie Kollektion fehlen! Leider habe ich keine deutschsprachige DVD finden können, nur eine britsiche Version, die allerdings nur die englische Sprachfassung bietet. Und, es ist doch so, billige Monsterfilme bekommen durch die lieblosen deutschen Synchronisationen erst den richtigen Charme, für den wir sie so lieben:
Grias: „Das ist ein schrecklicher Plan.“
Rios: „Ich habe nie etwas anderes behauptet.“
Die Schauspielleistung der Akteure hält sich arg in Grenzen, wobei ich mir gerade bei solchen Filmen nie ganz sicher bin, ob das an den mangelnden Fähigkeiten der Darsteller liegt, oder schlichtweg an den miesen Scripts – wer kann schon professionell bleiben, wenn er einem tödlich verwundeten Gefährten mit ernster Miene die Worte „Gute Besserung“ mit auf den Weg geben soll? Die CGI-Effekte sind, wie bereits angedeutet, das einzige, was hier zum Gruseln veranlasst. Und mitten während einer Belagerung durch die Donnerechse, lassen Ayacoatl und Rios sich trauen, um dann auch sofort ihre Hochzeitsnacht anzuschließen, weil der Tyrannosaurus Rex ja jeden Moment hereinbrechen kann, und man die eventuell letzten Minuten des Lebens noch voll auskosten möchte.
Das ist Fernsehkultur vom Feinsten! Ich jedenfalls habe so herzlich und so viel gelacht, wie schon lange nicht mehr! Nichtmal „Mega-Piranha“ hat mir so das Wasser in die Augen treiben können.
Doch obwohl „Aztek Rex“ sicherlich der Tiefpunkt von Ian Zierings ohnehin sehr flacher Karriere sein dürfte, hat auch dieser Film letzten Endes eine Aussage. Etwas, das wir für unser Leben lernen können: Halboffene Spanierblusen stehen jedem dreckigen Mann (im Gegensatz zu bunten Federkronen).
Link zur Cinema-Seite mit vielen Bildchen.
Link zum offiziellen IMDB Eintrag.
Bild von Rios (Marco Sanchez).
Bild von Cortes (Ian Ziering), natürlich oben ohne.