Camp NaNoWriMo?! Awesomecake!!

Okay, wie cool ist das?! NaNoWriMo, der National Novel Writing Month, der eigentlich immer im November stattfindet, erhält eine Sommerausgabe!

Also, das ist nämlich so mit dem NaNo und mir: November ist irgendwie immer blöd. So halt. Da ist meistens viel zu tun, der letzte Monat vor den Weihnachtsferien, Vorbereitungen, Klassenarbeiten, Abschlussfeiern, Adventszeitvorbereitung, und und und.

Deswegen war ich nicht die Einzige, die Hin und Weg war von der neuen Sommercampidee der NaNoWriMo Veranstalter:

Camp NaNoWriMo im Sommer. 50.000 Wörter in einem Monat, aber im Liegestuhl am Strand (oder so ähnlich). Sommerferien ahoi!

Camp NaNoWriMo – die erste ofizielle Ankündigung

NaNoWriMo – Homepage

Vielleicht schaffe ich es dann ja endlich mal, meine 50.000 Wörter vollzukriegen…

Übrigens habe ich Teil 2 von “Wellen im Wasserglas” beinahe beendet! Yay!

Short: Ein wichtiges Telefongespräch

Der erste Teil aus einer Reihe, die ich “Ein wichtiges Telefongespräch” genannt habe; ob es eine Hörspiel- oder eine Theaterstückcollage werden soll, weiß ich noch nicht. Erstmal viel Spaß damit und ein SCHÖNES WOCHENENDE, PEOPLE:

Ein wichtiges Telefongespräch

Person: Eine junge Frau, Anfang zwanzig.

„Hiiiii,! Ich bin’s. Ja, das Seminar ist zu Ende für heut. Mann, hat das lang gedauert, und so öde – als wär’n wir alle nicht imstande eine Haarbürste zu benutzen, geschweige denn jemanden zu frisieren. Hairstylistin, ey, wieso wollt ich das eigentlich mal werden?! Hast ja recht. Was machst du gerade? Oooh, in der Wanne säß ich jetzt auch gerne! Stattdessen Schnee und Scheisskälte hier draußen, weil drinnen Rauchverbot ist. Du, dämmert’s bei dir auch schon? Ich hab das Gefühl hier oben auf dem Berg dämmert es irgendwie früher, ist schon echt dunkel hier. Aber ich wollt dir noch die Story vom Uwe zu Ende erzählen, ne. Wo war ich, ach ja: also, wir auf dieser beschissenen Party zu der ich ja eh nie hingehen wollte, aber wasauchimmer, Uwe mußte ja unbedingt hin, weil da sein Kumpel Metin aufgelegt hat. Ja, genau, der der aussieht wie der jüngere, türkische Bruder von George Clooney, den du am Anfang noch heiss fandest, bis er dann den Mund aufgemacht hat. Natürlich! Erzähl mir doch nichts, du fandest den voll fesch! Ja, aber in den dreißig Sekunden fandest du ihn voll fesch! Klar hat der die angehabt, der geht ohne seine Goldkettchen vermutlich nichtmal duschen. Die Mucke war auch ganz okay, halt irgendwie so’n bißchen orientalisch, aber das ist wohl grad hip in den kleinen Diskos. Und Uwe fährt ja voll auf so was ab, von wegen Mein Türkischer Blutsbruder und so, der findet ja eh alles toll, was Metin macht. Nee, das war nur so’n Ast, da bin ich grad draufgetreten, ich geh hier mal grad’n bißchen weg vom Haupteingang und Richtung Wald, muß ja nicht gleich jeder mithören. Jedenfalls, ist mir auf dieser doofen Party halt echt der Kragen geplatzt und ich wollt Schluss machen, wie wir neulich besprochen hatten, weisste?, und trink mir’n bißchen Mut an, leg mir nen coolen Anfang parat, von wegen ‚Wir passen einfach nicht zusammen, blablah’ und geh so zu ihm hin, Ey, hier ist voll Gestrüpp und so, warte mal, ich bin wo hängengeblieben. Mann, Kackbüsche, voll die Dornen in meiner Jacke, fuck! Na ja, ich also zu dem Uwe hin, ey, ich musst den noch von dieser blondierten Drogeriemarktverkäuferin abkratzen, eh der Arsch sich mal dazu herabgelassen hat in meine Richtung zu gucken! Da will ich dem voll die Meinung sagen, und was macht der blöde Penner? Macht einfach mit mir Schluss! Eh ich noch ein Wort herausbringen kann, macht die abgewedelte Arschgeige vor versammelter Mannschaft mit mir Schluss! Klar, ich hab mich total aufgeregt, und den angeschrieen und ihm natürlich die Riesenszene gemacht, und… Alter! Girlfriend! Da liegt wer! Kein Ahnung, woher soll ich das wissen? Bestimmt irgendein Penner oder ein Drogensüchtiger, von hier erkenn ich nur, dass da wer liegt. Du spinnst wohl, ich geh da doch nicht näher dran. Hallo? Hören Sie mich? Der reagiert nicht.  Egal, wo war ich? Ja: ich mich halt voll aufgeregt, weil ich wollte ja eigentlich mit ihm Schlussmachen und dann macht der mit mir so was! Kannste dir das vorstellen? Ist doch zum Kotzen! Ich wette, das hatte der schon vorher alles geplant gehabt, mit seinem bescheuerten Türkenkumpel, der Metin hat nämlich noch so zufrieden gegrinst, ja, als wär ich hier die Böse gewesen und der Uwe befreit sich nur von mir und meinen schädlichen Einflüssen! Waah, ihh! Der ist tot! Nee, nicht der Metin, der Typ, der da hier so liegt. Der ist ne Leiche. Scheisse! Woher ich das weiß? Der sieht voll leichenmäßig aus, das seh ich sogar im Halbdunkel! Boah und der stinkt! Gut, dass ich mein Deo dabei hab, der kriegt jetzt erstmal ne Ladung ab, ist zwar Frauenduft, aber das kann dem ja eh egal sein. Nee, noch keine Maden, Mann, du bist echt eklig! Ja, der sieht total CSImäßig aus, halt tot. Wie in der einen Folge, wo die auf der Leichenfarm waren, erinnerst du dich? Wo Grissom einen Toten abholen mußte, der da nicht hingehört hat und da ist dieser eine noch nicht verweste Typi – so sieht der aus hier. Nee, ein Mann. Tja, das kann ich nur schätzen, vielleicht Mitte dreißig? War bestimmt mal ganz gut aussehend, wie so ne Mischung aus Prinz William und dem neuen James Bond, nur irgendwie besser und mit dunklen Haaren. Der ist ganz schlammig im Gesicht, warte mal, ich glaub ich hab Taschentücher dabei. Ja, was wenn den einer findet, dann muss der doch sauber sein! Wenigstens, damit man das Gesicht erkennt! Ich mach dem nur grad den Dreck da weg. Na, jedenfalls. Zum Kotzen, der Uwe, echt zum Kotzen. Ich hab dann erstmal geheult. Bin gleich heim und hab mich eingekuschelt und meine alte Kuschelrock CD rauf und runter gehört, bis es besser ging. Guck mal, unter dem Schlamm sieht der gar nicht mal so übel aus, echt besser als Prinz William. Verdammt, den kenn ich! Das ist der Leiter vom Einführungskurs gestern! Deswegen hab ich den nicht mehr gesehen, voll krass! Was, nein! Wenn ich die Polizei rufe, muß ich dich auflegen und dann bin ich ganz alleine hier und dann kann ja wer-weiß-was passieren, ich steh ja mitten im Wald sozusagen! Iiiih! Ich hab den angefasst! Ich hab den angefasst! Ich wollt probieren, ob die dann echt kalt und steif sind, Leichenstarre eben. Ja, total leichenstarr! Gruselig! Ekelhaft! Ja, ich hab ja versucht, dich anzurufen, aber da warst du noch unterwegs und gestern bin ich ja dann gleich früh hierher zu diesem Wochenendseminar. Nee, morgen früh ist noch was und dann sind wir alle gottseidank wieder erlöst und können heim, dann können wir das machen. Aber dem Uwe wein ich nicht noch eine Träne hinterher, da kannste Gift drauf nehmen. Erzähl mir mal, was ihr gestern noch gemacht habt, während ich hier um den rumgehe. Wart ihr noch im Kino? M-hm. Ha, das hätt ich dir gleich sagen können, Hugh Jackmann hin oder her, und wegen der einen Oben-Ohne Szene hätt ich mir den Film nicht über zwei Stunden lang angetan. Echt jetzt? Im Kino? Du Schlampe! Keine Ahnung, ey, frag mich doch nicht so blöd, ich hab den Typen hier schließlich nicht hingeschleift. Das war bestimmt Mord. Und verstehen könnt ich’s auch, das war voll der hohle Angeber, der Typ. So von wegen ‚Meine Haut ist von der spanischen Sonne so braun, nicht vom Asiröster, weil ich so voll der Jetsetter bin und Surflehrer in Santa Fe’ oder so. Ja, dann halt San Francisco, du weißt ja, was ich meine. So, ich hab aufgeraucht, ich geh jetzt schnell wieder rein. Hier draußen frier ich mir noch die Eierstöcke ab, verdammt. Nee du, bis die den finden, bin ich längst hier weg. Ich meld das doch nicht der Polizei, bist du irre? Dann halten die uns hier noch fest von wegen Befragung und so und ich will echt wieder heim, ich bin morgen mit Metin zur Haus-of-House Party verabredet. Okay, mach ich – quatsch, der kann auch total okay sein und alles andere find ich ja dann morgen raus. Und wenn’s Uwe eifersüchtig macht, ist das persönliches Pech. Klar ruf ich dich danach an. Wenn’s ganz schlimm läuft, schick ich dir zwischendurch ne SMS, dann mußt du mich erlösen kommen. Ja, ruf halt einfach an und tu so als ob du meine Mutter wärst und ich müsste voll dringend nach Hause kommen oder so. Okay. Dann bis später, ne. Bye!“

Aufräumen in der Schreibstube. Juchuh…?

Eigentlich sollte ich an meinem Drehbuch weiter schreiben. Aber gerade habe ich so ein kleines Kreativloch erreicht, und weil ich auch keine neuen, sehenswerten Science-Fiction Filme in Reichweite habe, um mich abzulenken, scrolle ich mich so durch meinen Computer und mache eine Bestandsaufnahme.

Mein Harddrive ist brechend voll von Geschichte, Drehbüchern, Romanen, Romananfängen, Ideen, Hörspielen, Theaterstücken, und, und, und.

Ich bin außerdem ein ordentlicher Mensch, und deswegen hat alles einen eigenen Ordner, einen eigenen Unterordner und in ausgedruckter Form dasselbe nochmal.

Wenn ich so weitermache, dann habe ich bis ich dreißig bin bestimmt zwanzig Drehbücher, acht Novellen und etwa hundert andere Schreibseldinge hier herumfliegen (falls sich der werte Leser wundert: so lange dauert das nicht mehr). Meine Enkel werden später in dem ganzen Kram untergehen werden, ich schmeiß ja auch kaum was weg.

Aber die Frage, die mich nachts quält und schlaflos an die Decke starren lässt ist: Was mache ich mit dem ganzen Brimborium?

Wohin mit den Drehbüchern? Was tun mit den Novellen? Wem meine Serienkonzepte vorlegen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.

Vermutlich werde ich sterben, ehe irgendjemand meine Werke liest, und nichtmal posthum veröffentlicht werden, weil meine Kinder, diese undankbaren Blagen, alles in Kartons packen und anzünden werden, damit auf dem Speicher endlich wieder Platz ist.

Dabei ist das meiste sogar ziemlich gut. Verdammt gut, um es mal salopp auszudrücken.

Aber ich kann ja kaum zum nächsten namhaften Verlag gehen, mich zum Chef vorkämpfen und sagen: “Vergessen Sie die ganze Scheiße, die dem deutschen Literaturmarkt das Niveau unterm metaphorischen Allertwertesten wegreisst. Lesen Sie mein Buch und vergießen Sie Tränen der Dankbarkeit!”

Dafür bin ich einfach nicht der Typ.

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Zitat des Tages:

“I am interested in entertaining people, in bringing pleasure, particularly laughter, to others, rather than being concerned with ‘expressing’ myself with obscure creative impressions.”    -Walt Disney (I love you, man, I effing love you.)