Gedicht: Noch unbetitelt
June 22nd, 2011 at 7:33 am (Lyrisches)
Eine kleine poetische Fingerübung, da ich mir in einem Anflug geistiger Umnachtung vorgenommen habe, einen Teil von “Wellen im Wasserglas 2″ als Hexametergedicht* zu verfassen. Bitte vielmals um Entschuldigung, Homer.
Eventuell ist dies noch nicht die endgültige Fassung:
Ohne Titel
Im tosenden Dunkel der Sturmfront, die über dem Meer sich erhoben,
Spielen die schäumenden Wogen mit einem verlorenen Schoner.
Sieben zerrissene Segel trotzen dem Sturm und dem Regen,
Dennoch neigt sich der Bug der Tiefe gefährlich entgegen.
Captain und Crew geben alles, den Hafen noch heut zu erreichen.
Doch ahnt jeder heimlich bei sich, dass die Klippen am Meegrund ihr Grab sind.
Ein letztes Mal tönt der Ruf des Captains über die Planken als
Plötzlich durch Donnergetöse ein glasklarer Ton sich erhebt.
Einer erst, andere folgen. Gegen die tiefschwarzen Fluten
Erklingt bald das Lied der Sirenen – der sichere Tod für die Mannschaft.
Da lassen die Männer die Leinen und stellen sich fest an die Reeling.
Und mit der Hand auf dem Herzen nehmen ihr Schicksal sie an.
Lang war das Meer ihr Zuhause, hat sicher und treu sie getragen,
War Freund wie Verbündeter ihnen und fordert Tribut nun dafür.
Krachend zerbirst in den Wogen der Bug des versinkenden Schiffes.
Und gegen den Sturm singen sanft die Sirenen der Crew Moritat.
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* Hexameterrhythmus: 3x lang-kurz-kurz, Pause, 3x lang-kurz-kurz. Variationsmöglichkeiten sind vielfältig, siehe die obige Kreation.