CampNaNoWriMo – Der (fast) Halbzeitbericht

Tag 13.

Wörter: 30,343

Bedenkt man, dass ich zwei volle Tage lang nichts geschrieben habe, sind >30,000 Wörter ehe der halbe CampNaNoWriMo rum ist doch kein schlechtes Ergebnis.

Woran ich jetzt arbeite:

“The Universe Within”, die Kurzgeschichte für den Sci-Fi Wettbewerb ist am fünften Tag (letzte Woche Dienstag) beendet worden mit einer Gesamtheit von 15,143 Wörtern. Sie befindet sich gerade in der Korrekturlese bei einer unabhängigen dritten Partei.

“Wellen im Wasserglas II” ist so gut wie fertig, zu sagen wir mal 4/5. Das liegt daran, dass ich damit schon fast zu einem Drittel durch war, ehe das Camp angefangen hat. Aber wer jetzt denkt, ich schummele, der liegt falsch: die bereits vorher geschriebenen Wörter ziehe ich immer ganz brav von der Gesamtzahl ab.

“The Journey Back to You” habe ich diesen Sonntag angefangen und bin jetzt bei etwas <5,000 Wörtern damit.

Das hört sich vielleicht etwas chaotisch an, von wegen drei Geschichten und so, aber ich habe eigentlich einen ganz guten Überblick.

 

Interview:

Mel: “Und wie fühlt man sich so nach 12 Tagen Torturtippen?”

- “Och es geht so. Hauptsache, die Kekse gehen nicht aus, alles andere ist eigentlich relativ.”

 

Mel: “Gibt es irgendwelche nennenswerten Veränderungen im Schreibprozess nach so viel Zeit am Keyboard?”

- “Die Tippfehler häufen sich. Enorm. Plötzlich macht man Fehler, von denen man nicht dachte, dass sie möglich sind. Und man hat manchmal so Aussetzer, da blinzelt man nur die Tastatur an und fragt sich, wie das eine Wort nochmal heisst, dass einem auf der Zunge liegt, das man eben noch geschrieben hat, auf dass man aber plötzlich nicht mehr kommt. Wörter wie ‘und’ oder ‘ich’ – da zweifelt man schonmal an seinem Verstand. Gestern habe ich wie ein Zombie dagesessen und wusste plötzlich nicht mehr, wie man Galaxie schreibt! Da dachte ich, es geht zuende mit mir. Von jetzt an nur noch bergab.”

 

Mel: “Ja, an den Augenblick können wir Musen uns auch noch genau erinnern. Sam hat ein Photo davon gemacht.”

- “Was? Das stellt ihr auf keinen Fall hier drauf!”

Mel: “Hahaha!”

Mel: “Wie sieht es eigentlich mit Tageslicht aus? Und Frischluft? Soll ich mal die Rollos hier aufz–”

- “NEIN! Untersteh dich!”

 

Mel: “Hu, Tageslicht! Hihi!”

- “Dieses Interview ist beendet!”

 

Mel: “Wir haben noch ein Photo. Von gestern Abend…”

- “Argh!”

Ich… ich kann das erklären… das war… ich war müde… und meine Protagonisten wollten nicht so, wie ich wohl wollte, und… ach, was soll’s.

Der CampNaNoWriMo lässt einen eben zum Äußersten gehen – die eigenen Grenzen überschreiten. Und was liegt dahinter? Sagen wir es gemeinsam: Der Wahnsinn. Genau.

 

In diesem Sinne – wir sehen uns jenseits der Grenzen, Freunde! Mwahahahaaaaaaaaa…

 

____________
Zitat des Tages:

“Did he just save the world from aliens and then bring all the aliens back again?”    -Rory

The Universe Within

CampNaNoWriMo. Tag 5. Ein kurzer Rückblick.

Und in der Nacht des vierten Tages schrieb der Poet “The End” unter sein Werk. Und er sah, dass es gut war, und dass er über 15,000 Wörter geschrieben hatte. Und er fiel dankbar ins Bett.

Und es ward tiefere Nacht, und es ward Morgen und siehe, da ward die Novelle fertig, und es kam eine große Freude auf.

Und der Poet sprach: “Es soll gut sein so. Und der fünfte Tag soll dem Gegenlesen gewidmet werden.”

So geschah es.

~

Um es kurz und bündig zu machen: Der gestrige Tag wurde weniger am Computer verbracht, als, bewaffnet mit Stiften und Ausdrucken, beim Korrekturlesen.

Ich weiß nicht, wie es anderen Schreiberlingen geht, aber ich lese trotz allem lieber ausgedruckt als vom Bildschirm. Dann seh ich irgendwie mehr.

Korrekturlesen ist zwar nicht mehr ganz so aufregend und prickelnd wie das Verfassen einer Geschichte, muss aber sein. Schon allein wegen der ganzen Tippfehler, die man vorher x-mal übersehen hat.

Zum Korrekturlesen mache ich es mir gerne gemütlich, setze oder lege mich irgendwo hin, und gehe alles ganz penibel nochmal durch, von Anfang bis Ende. Merze Tippfehler aus, betrachte den Storybogen bzw. die Storybögen, falls es mehrere davon gibt, überlege, ob es nicht Stellen gibt, die man getrost wegkürzen kann, weil sie nicht mehr passen oder nie Sinn gemacht haben.

Manchmal hat man dann als Autor auch so Aha-Momente, wo man sich fragt: Das habe ich doch nie im Leben geschrieben! Was sagt mein Protagonist denn da, dieser Hirni? Wenn ich das alles so lassen soll, also dann ess ich jetzt noch mindestens drei Kekse! Und all die Tippfehler; was bin ich nur für ein mieser Autor!? Ach, was auch immer. Poughkeepsie!

Ein bisschen wie die fünf Stationen der Trauer: Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz Wahnsinn; drei davon finden sich in dieser Collage wieder.

Was macht mein Protagonist denn da?

Das alles streiche ich an bzw. kritzele auf den Papierrand. Und wenn ich alles durchgeackert habe, dann gehe ich zurück an den Computer und übertrage meine Änderungen und alles wird letztendlich doch noch gut.

~

Camp NaNoWriMo. In Bildern.

Tag 4 in Bildern. Anmerkung dazu: Habe noch soeben mein Tagespensum von 2,500 Wörtern geschafft, ohne komplett auszurasten, obwohl mir zwischendurch schon danach war. Tayfun, mein Protagonist, macht nicht, was er machen soll, sagt nicht, was er sagen soll und was den Plot angeht, der ist jetzt völlig in den Acker gekickt worden; warum weiß ich auch nicht so genau, und wer daran Schuld hat weiß ich auch nicht – aber ich nicht!

1.) Des Pappkartonpoeten Schreibtisch:

 

2.) Der Pappkartonpoet bei der Arbeit, schon leicht verrückt.

Mitten in der Katastrophe lasse ich meine Protagonisten alleine!

Tag 3, Addendum:

Was ich heute gelernt habe:

- Man kann an einem Tag über 5,000 Wörter schreiben, man bezahlt dies allerdings unter Umständen mit seinem gesunden Menschenverstand.

- Fischstäbchen ohne Panade schmecken fast gut.

- Lakritzkugeln und Oreos sind keine besonders glückliche Kombination.

- Wenn man seinen Protagonisten, die ohnehin nicht machen, was man von ihnen verlangt, künstlerisch freie Hand lässt, kann dabei manchmal etwas Gutes herauskommen.

- Ameisen machen sich hervorragend im Nebenplot.

- Wenn die Hände zittern und das Bild vor den Augen verschwimmt ist das nur die Schmerzgrenze, die es zu überwinden gilt.

- Anderen Campern geht es genauso wie mir, aber wenn wir zusammenhalten, werden wir wenigstens nicht alleine verrückt.

 

_______

Zitat des Tages:

“Mister Flibble is very cross.”  -Rimmer

Campingfreuden mit Kekskrümeln

Tag 3.

Liebes Tagebuch,

es ist jetzt irgendwann nach 12 Uhr mittags und ich bin bei etwas über 7,000 Wörtern hängengeblieben als mir die Oreos ausgegangen sind und ich feststellen musste, dass mein Tee nicht nur kalt, sondern inzwischen auch alle geworden ist.

Ich kann nicht mehr richtig geradeaus schauen, die Buchstaben verschwimmen dann etwas. Und die Vertippsler werden auch immer häufiger und krasser. Dabei sitze ich erst seit knapp halb sieben heute morgen am PC! Ich hab auch schonmal länger durchgehalten, liebes Tagebuch, das liegt wohl am Alter…

Wer des Englischen mächtig ist und Lust hat, den Früchten meiner Arbeit zu folgen, kann sich hier auf meinem CampNaNoWriMo-Profil ein Bild meiner bisherigen Arbeit machen, oder über meine Twitterbeiträge den Kopf schütteln.

Nun denn, vielleicht mache ich mal eine kleine Pause, spiele eine Runde Mario Kart und gehe dann wieder an die Arbeit. Denn ich möchte es heute noch auf 10,000 Wörter bringen. Das wär schön. Und ein bisschen Zeit ist ja noch bis Mitternacht…

Tata,

Lex

P.S.: George Clooney, wenn du das liest, ruf mich an!

Friday I’m in Love

Camp NaNoWriMo beginnt am Freitag und ich möchte so gerne das Care Package haben! Leider ist das preislich nicht ganz drin derzeit… SEUFZ, so als mittelloser Pappkartonpoet lebt es sich schon schwer.

Anyway! Geschichtenmäßig habe ich, was Camp NaNo angeht, umdisponiert. Die dritte, was schreib ich denn da: vierte!, Subrealitynovelle muss noch warten, bis sie den Toner des Druckers erblickt. Statt dessen werde ich mich an ein Science-Fiction Projekt für einen Wettbewerb machen. Und zwar diesen hier. 15.000-20.000 Wörter, Einsendeschluss ist September.

Falls ich die sci-fi Geschichte vollende, kann ich die fehlenden Wörter bis zur 50.000 Grenze für Camp NaNo ja noch mit der Subrealitynovelle aufstocken. Aber da die Sommerferien erst in der letzten Juliwoche anfangen, werd ich eh vorher wenig Zeit haben.

Jedenfalls bin ich mit der Planung schon so weit, dass ich eigentlich so weit anfangen könnte: Personen, Kapiteloutline, Gesamtstorybogen – alles schon niedergeschrieben und mit Buntstift in einem eigenen Notizheft verewigt… das Vorbereiten und Planen und Ausdenken und Verwerfen und Doch-Wieder-Neu-Dazu-Nehmen und Ändern und Ausschmücken macht mir besonders viel Spaß. Ein Buch zu planen ist fast so schön, wenn nicht genauso schön, wie es letztendlich zu schreiben …

In diesem Sinne: Happy Camping NaNoWriMo!!!


glitter-graphics.com

 

_____________

Zitat des Tages:

“If my doctor told me I had only six minutes to live, I wouldn’t brood.  I’d type a little faster.”       -Isaac Asimov

Schmetterlinge im Gewächshaus

Dies ist ein sinnloser Eintrag. Ich sage das gleich vorweg, damit niemand enttäuscht ist. Beim Herumsurfen hab ich mal wieder hier vorbeigeschaut und dachte, ich könnte etwas Aktuelles beitragen. Dies ist im Moment allerdings etwas schwierig, da ich nichts Aktuelles beizutragen habe:

 

Anton: 6.067 Wörter (werde ich damit jemals fertig? Wo ist meine Motivation? Im Dauerurlaub auf Hawaii?)

Wellen im Wasserglas II: Ja, gut, macht sich einigermaßen, allerdings habe ich seit dem letzten Update keinen Deut daran gearbeitet, wie ich zu meiner Schande gestehen muss.

Albertine (Subreality-Novelle): 8.005

Aquila (Vers-Epos): Befinde mich noch in der Exposition

Theaterprojekt: neues Datum veranschlagt, haha!

Und was mache ich heute an diesem gesegneten Feiertag? Hmmm…:

Blicke gen Himmel gewandt…!

Jetzt ratet doch Mal, also jetzt ratet doch einfach Mal so ins Blaue hinein, wer ab sofort offizielle Übersetzerin für Script Frenzy ist! Offizielle Übersetzerin heisst, ich werde die Homepage und den Merchandise auf Deutsch übersetzen, damit Script Frenzy, vor allen Dingen die Jugend-Version Young Writers Program, in Deutschland zu voller Geltung kommen kann.

Die Idee kam mir im April während des letzten Frenzies. Ich hätte gerne mit meinen Schülern mitgemacht, vor allem weil gerade das YWP tolle Sets anbietet, um als ganze Schulklasse mitzumachen (mit Wörterzahllisten und Motivationsaufklebern und Postern). Bloß, das ist eben alles auf Englisch, inklusive der Homepage, das ist für Kinder und Jugendliche etwas demotivierend.

Also habe ich mich mit den Veranstaltern in Verbindung gesetzt und Lo and Behold, sie waren ganz begeistert! Hoffentlich klappt das jetzt auch alles – dann könnten nächstes Jahr schon viele, viele deutschsprachige Schulklassen und Schüler/Jugendliche beim YWP des Script Frenzy mitmachen. Gibt es eine schönere Motivation, um Kinder zum Schreiben zu bringen?

Und wo ich gerade dabei bin: Erste Schritte zur Lese- und Sprachbegeisterung werden auch in meiner kleinen Kleinstadt unternommen! Gestern habe ich mit unserer örtlichen Bibliothek die erste deutsch-türkische Vorlesestunde veranstaltet. Es waren nicht sehr viele Kinder da, aber die Anwesenden hatten großen Spaß deutsch und türkisch zu sprechen, Lieder zu singen und Spiele zu spielen. Ziel ist es, dass Kinder die zweisprachig aufwachsen, sich in beiden Sprachen zuhause fühlen.

Camp NaNoWriMo?! Awesomecake!!

Okay, wie cool ist das?! NaNoWriMo, der National Novel Writing Month, der eigentlich immer im November stattfindet, erhält eine Sommerausgabe!

Also, das ist nämlich so mit dem NaNo und mir: November ist irgendwie immer blöd. So halt. Da ist meistens viel zu tun, der letzte Monat vor den Weihnachtsferien, Vorbereitungen, Klassenarbeiten, Abschlussfeiern, Adventszeitvorbereitung, und und und.

Deswegen war ich nicht die Einzige, die Hin und Weg war von der neuen Sommercampidee der NaNoWriMo Veranstalter:

Camp NaNoWriMo im Sommer. 50.000 Wörter in einem Monat, aber im Liegestuhl am Strand (oder so ähnlich). Sommerferien ahoi!

Camp NaNoWriMo – die erste ofizielle Ankündigung

NaNoWriMo – Homepage

Vielleicht schaffe ich es dann ja endlich mal, meine 50.000 Wörter vollzukriegen…

Übrigens habe ich Teil 2 von “Wellen im Wasserglas” beinahe beendet! Yay!

Short: Ein wichtiges Telefongespräch

Der erste Teil aus einer Reihe, die ich “Ein wichtiges Telefongespräch” genannt habe; ob es eine Hörspiel- oder eine Theaterstückcollage werden soll, weiß ich noch nicht. Erstmal viel Spaß damit und ein SCHÖNES WOCHENENDE, PEOPLE:

Ein wichtiges Telefongespräch

Person: Eine junge Frau, Anfang zwanzig.

„Hiiiii,! Ich bin’s. Ja, das Seminar ist zu Ende für heut. Mann, hat das lang gedauert, und so öde – als wär’n wir alle nicht imstande eine Haarbürste zu benutzen, geschweige denn jemanden zu frisieren. Hairstylistin, ey, wieso wollt ich das eigentlich mal werden?! Hast ja recht. Was machst du gerade? Oooh, in der Wanne säß ich jetzt auch gerne! Stattdessen Schnee und Scheisskälte hier draußen, weil drinnen Rauchverbot ist. Du, dämmert’s bei dir auch schon? Ich hab das Gefühl hier oben auf dem Berg dämmert es irgendwie früher, ist schon echt dunkel hier. Aber ich wollt dir noch die Story vom Uwe zu Ende erzählen, ne. Wo war ich, ach ja: also, wir auf dieser beschissenen Party zu der ich ja eh nie hingehen wollte, aber wasauchimmer, Uwe mußte ja unbedingt hin, weil da sein Kumpel Metin aufgelegt hat. Ja, genau, der der aussieht wie der jüngere, türkische Bruder von George Clooney, den du am Anfang noch heiss fandest, bis er dann den Mund aufgemacht hat. Natürlich! Erzähl mir doch nichts, du fandest den voll fesch! Ja, aber in den dreißig Sekunden fandest du ihn voll fesch! Klar hat der die angehabt, der geht ohne seine Goldkettchen vermutlich nichtmal duschen. Die Mucke war auch ganz okay, halt irgendwie so’n bißchen orientalisch, aber das ist wohl grad hip in den kleinen Diskos. Und Uwe fährt ja voll auf so was ab, von wegen Mein Türkischer Blutsbruder und so, der findet ja eh alles toll, was Metin macht. Nee, das war nur so’n Ast, da bin ich grad draufgetreten, ich geh hier mal grad’n bißchen weg vom Haupteingang und Richtung Wald, muß ja nicht gleich jeder mithören. Jedenfalls, ist mir auf dieser doofen Party halt echt der Kragen geplatzt und ich wollt Schluss machen, wie wir neulich besprochen hatten, weisste?, und trink mir’n bißchen Mut an, leg mir nen coolen Anfang parat, von wegen ‚Wir passen einfach nicht zusammen, blablah’ und geh so zu ihm hin, Ey, hier ist voll Gestrüpp und so, warte mal, ich bin wo hängengeblieben. Mann, Kackbüsche, voll die Dornen in meiner Jacke, fuck! Na ja, ich also zu dem Uwe hin, ey, ich musst den noch von dieser blondierten Drogeriemarktverkäuferin abkratzen, eh der Arsch sich mal dazu herabgelassen hat in meine Richtung zu gucken! Da will ich dem voll die Meinung sagen, und was macht der blöde Penner? Macht einfach mit mir Schluss! Eh ich noch ein Wort herausbringen kann, macht die abgewedelte Arschgeige vor versammelter Mannschaft mit mir Schluss! Klar, ich hab mich total aufgeregt, und den angeschrieen und ihm natürlich die Riesenszene gemacht, und… Alter! Girlfriend! Da liegt wer! Kein Ahnung, woher soll ich das wissen? Bestimmt irgendein Penner oder ein Drogensüchtiger, von hier erkenn ich nur, dass da wer liegt. Du spinnst wohl, ich geh da doch nicht näher dran. Hallo? Hören Sie mich? Der reagiert nicht.  Egal, wo war ich? Ja: ich mich halt voll aufgeregt, weil ich wollte ja eigentlich mit ihm Schlussmachen und dann macht der mit mir so was! Kannste dir das vorstellen? Ist doch zum Kotzen! Ich wette, das hatte der schon vorher alles geplant gehabt, mit seinem bescheuerten Türkenkumpel, der Metin hat nämlich noch so zufrieden gegrinst, ja, als wär ich hier die Böse gewesen und der Uwe befreit sich nur von mir und meinen schädlichen Einflüssen! Waah, ihh! Der ist tot! Nee, nicht der Metin, der Typ, der da hier so liegt. Der ist ne Leiche. Scheisse! Woher ich das weiß? Der sieht voll leichenmäßig aus, das seh ich sogar im Halbdunkel! Boah und der stinkt! Gut, dass ich mein Deo dabei hab, der kriegt jetzt erstmal ne Ladung ab, ist zwar Frauenduft, aber das kann dem ja eh egal sein. Nee, noch keine Maden, Mann, du bist echt eklig! Ja, der sieht total CSImäßig aus, halt tot. Wie in der einen Folge, wo die auf der Leichenfarm waren, erinnerst du dich? Wo Grissom einen Toten abholen mußte, der da nicht hingehört hat und da ist dieser eine noch nicht verweste Typi – so sieht der aus hier. Nee, ein Mann. Tja, das kann ich nur schätzen, vielleicht Mitte dreißig? War bestimmt mal ganz gut aussehend, wie so ne Mischung aus Prinz William und dem neuen James Bond, nur irgendwie besser und mit dunklen Haaren. Der ist ganz schlammig im Gesicht, warte mal, ich glaub ich hab Taschentücher dabei. Ja, was wenn den einer findet, dann muss der doch sauber sein! Wenigstens, damit man das Gesicht erkennt! Ich mach dem nur grad den Dreck da weg. Na, jedenfalls. Zum Kotzen, der Uwe, echt zum Kotzen. Ich hab dann erstmal geheult. Bin gleich heim und hab mich eingekuschelt und meine alte Kuschelrock CD rauf und runter gehört, bis es besser ging. Guck mal, unter dem Schlamm sieht der gar nicht mal so übel aus, echt besser als Prinz William. Verdammt, den kenn ich! Das ist der Leiter vom Einführungskurs gestern! Deswegen hab ich den nicht mehr gesehen, voll krass! Was, nein! Wenn ich die Polizei rufe, muß ich dich auflegen und dann bin ich ganz alleine hier und dann kann ja wer-weiß-was passieren, ich steh ja mitten im Wald sozusagen! Iiiih! Ich hab den angefasst! Ich hab den angefasst! Ich wollt probieren, ob die dann echt kalt und steif sind, Leichenstarre eben. Ja, total leichenstarr! Gruselig! Ekelhaft! Ja, ich hab ja versucht, dich anzurufen, aber da warst du noch unterwegs und gestern bin ich ja dann gleich früh hierher zu diesem Wochenendseminar. Nee, morgen früh ist noch was und dann sind wir alle gottseidank wieder erlöst und können heim, dann können wir das machen. Aber dem Uwe wein ich nicht noch eine Träne hinterher, da kannste Gift drauf nehmen. Erzähl mir mal, was ihr gestern noch gemacht habt, während ich hier um den rumgehe. Wart ihr noch im Kino? M-hm. Ha, das hätt ich dir gleich sagen können, Hugh Jackmann hin oder her, und wegen der einen Oben-Ohne Szene hätt ich mir den Film nicht über zwei Stunden lang angetan. Echt jetzt? Im Kino? Du Schlampe! Keine Ahnung, ey, frag mich doch nicht so blöd, ich hab den Typen hier schließlich nicht hingeschleift. Das war bestimmt Mord. Und verstehen könnt ich’s auch, das war voll der hohle Angeber, der Typ. So von wegen ‚Meine Haut ist von der spanischen Sonne so braun, nicht vom Asiröster, weil ich so voll der Jetsetter bin und Surflehrer in Santa Fe’ oder so. Ja, dann halt San Francisco, du weißt ja, was ich meine. So, ich hab aufgeraucht, ich geh jetzt schnell wieder rein. Hier draußen frier ich mir noch die Eierstöcke ab, verdammt. Nee du, bis die den finden, bin ich längst hier weg. Ich meld das doch nicht der Polizei, bist du irre? Dann halten die uns hier noch fest von wegen Befragung und so und ich will echt wieder heim, ich bin morgen mit Metin zur Haus-of-House Party verabredet. Okay, mach ich – quatsch, der kann auch total okay sein und alles andere find ich ja dann morgen raus. Und wenn’s Uwe eifersüchtig macht, ist das persönliches Pech. Klar ruf ich dich danach an. Wenn’s ganz schlimm läuft, schick ich dir zwischendurch ne SMS, dann mußt du mich erlösen kommen. Ja, ruf halt einfach an und tu so als ob du meine Mutter wärst und ich müsste voll dringend nach Hause kommen oder so. Okay. Dann bis später, ne. Bye!“

Aufräumen in der Schreibstube. Juchuh…?

Eigentlich sollte ich an meinem Drehbuch weiter schreiben. Aber gerade habe ich so ein kleines Kreativloch erreicht, und weil ich auch keine neuen, sehenswerten Science-Fiction Filme in Reichweite habe, um mich abzulenken, scrolle ich mich so durch meinen Computer und mache eine Bestandsaufnahme.

Mein Harddrive ist brechend voll von Geschichte, Drehbüchern, Romanen, Romananfängen, Ideen, Hörspielen, Theaterstücken, und, und, und.

Ich bin außerdem ein ordentlicher Mensch, und deswegen hat alles einen eigenen Ordner, einen eigenen Unterordner und in ausgedruckter Form dasselbe nochmal.

Wenn ich so weitermache, dann habe ich bis ich dreißig bin bestimmt zwanzig Drehbücher, acht Novellen und etwa hundert andere Schreibseldinge hier herumfliegen (falls sich der werte Leser wundert: so lange dauert das nicht mehr). Meine Enkel werden später in dem ganzen Kram untergehen werden, ich schmeiß ja auch kaum was weg.

Aber die Frage, die mich nachts quält und schlaflos an die Decke starren lässt ist: Was mache ich mit dem ganzen Brimborium?

Wohin mit den Drehbüchern? Was tun mit den Novellen? Wem meine Serienkonzepte vorlegen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.

Vermutlich werde ich sterben, ehe irgendjemand meine Werke liest, und nichtmal posthum veröffentlicht werden, weil meine Kinder, diese undankbaren Blagen, alles in Kartons packen und anzünden werden, damit auf dem Speicher endlich wieder Platz ist.

Dabei ist das meiste sogar ziemlich gut. Verdammt gut, um es mal salopp auszudrücken.

Aber ich kann ja kaum zum nächsten namhaften Verlag gehen, mich zum Chef vorkämpfen und sagen: “Vergessen Sie die ganze Scheiße, die dem deutschen Literaturmarkt das Niveau unterm metaphorischen Allertwertesten wegreisst. Lesen Sie mein Buch und vergießen Sie Tränen der Dankbarkeit!”

Dafür bin ich einfach nicht der Typ.

__________

Zitat des Tages:

“I am interested in entertaining people, in bringing pleasure, particularly laughter, to others, rather than being concerned with ‘expressing’ myself with obscure creative impressions.”    -Walt Disney (I love you, man, I effing love you.)

njojn

Ich tippe nur ein Wort, weil ich mehr nicht sollte:

SEHNENSCHEIDENENTZÜNDUNG!

ScriptFrenzy 2011: erledigt

Tag Drei des diesjährigen ScriptFrenzys war für mich auch schon der letzte:

Nicht zu fassen, was für ein verrückter Sonntag!

Resourcen, die ich gestern benötigt habe, um zwischen 8 Uhr morgens und 11 Uhr abends etwas über 80 Seiten zu tippen:
Tee – 5 Liter

Wasser – 1,5 Liter

Saft – 1 Glas

Schokolade – 1 Stück

Kekse – 4 Stück

Apfel – 1 Stück

Tomate – 2 Stück

Zucchini/Möhrenpfanne – 1 Teller

Toast – 2 Stück

Internet – Ja!

Infos zum Drehbuch:

Seiten – 101 (Rohversion)

Wörter – 15.973

Arbeitstitel – 17 Briefe

Genre – Romanze, Komödie, Märchen

OST – Anna Nalick: “Shine”, Lindsay Ray: “Brand New Day”, Matchbox20: “Bed of Lies”, Matchbox20: “Could I be you”

Schauspieler: Simon Baker, Zooey Deschanel, Josh Duhamel, Josh Lucas, Mary Kate und Ashley Olsen als lol-Bonus

~

Zitat

~

ROBERT: Würden Sie wohl ihr Kind von meinem Bein entfernen?!

MUTTER: Oh, das geht nicht. Tabitha-Lillith wächst ganz nach den Prinzipien der freien, anti-autoritären Erziehung nach Sudbury auf. Wir setzen ihr keine Regeln, die sie emotional einengen könnten.

~

Script Frenzy 2011 – nur noch ein Jahr…

… bis die Welt untergeht, laut John Cusack. Also packe ich mental schonmal alles zusammen für den vielleicht letzten Script Frenzy vor der Apokalypse.

Was ist Script Frenzy? Nun, Script Frenzy ist eine non-profit Organisation, die erstmal eine Webseite zur Verfügung stellt. Dort kann sich jeder anmelden, der gerne mitmachen möchte. Ziel ist es, innerhalb eines Monats, jedes Jahr im April, ein Drehbuch von mindestens 100 Seiten zu schreiben.

Doch Script Frenzy ist mehr als nur eine Seite, auf der jeder registrierter Benutzer seine aktuelle Seitenanzahl angeben kann und am Monatsende im Gewinnfalle eine schicke Plakette bekommt. Sehr, sehr viele Menschen nutzen Script Frenzy. Und was während dieses einen Monats weltweit passiert, ist eigentlich fast unglaublich: wildfremde Menschen treffen sich zum gemeinsamen Schreiben, in online Foren und auch live. Viele Cafés und Bibliotheken bieten ‘Write Ins’ an, also feste Zeiten, an denen Script Frenzy Teilnehmer zum Schreiben, Austauschen und Mitmachen eingeladen werden.

Bekannte Autoren und Drehbuchverfasser geben Tipps und Hinweise zum Schreiben, feuern mit an und unterstützen das Ganze durch ihr Gutheißen der Aktion.

In den Leben vieler Schreiberlinge wird das Real Life (also das echte Leben) einen Monat lang sträflich vernachlässigt, um sich dem Schreiben zu widmen – und einen Monat lang ist man als Schreiberling damit nicht alleine!

Script Frenzy (und auch die Mutterorganisation NaNoWriMo) schaffen etwas, das sonst nichtmal engste Familienangehörige schaffen: Dass wir Schreiberlinge mal rauskommen und unsere sozialen Kontakte pflegen – jedenfalls mit anderen Schreiberlingen.

Wir sitzen dennoch die meiste Zeit des Tages und der Nacht am PC/Laptop und tippseln – aber wir tun es einen Monat lang in dem Wissen, dass wir ein Teil einer weltweiten Tippselbewegung sind. Einen Monat lang fühlen wir uns nicht einsam und allein.

Ich finde das toll.

lol + drama = lama

Ich denke, es ist an der Zeit einen erneuten Misserfolg einzustecken:

Aber das macht nichts, weil mein Filmscript MEGAGUT vorankommt und ich deswegen äußerst zufrieden mit mir selbst bin.

« Previous Page« Previous entries « Previous Page · Next Page » Next entries »Next Page »